Ein neuer General ist bereit, das Kommando über die US- und NATO-Streitkräfte in Europa zu übernehmen, nachdem er die endgültige Zustimmung des Kongresses erhalten hat, während die Vereinigten Staaten daran arbeiten, die Ukraine in ihrem Krieg gegen russische Eindringlinge zu unterstützen.

Am Donnerstagabend bestätigte der Senat einstimmig Armeegeneral Christopher Cavoli als neuen Leiter des US European Command (EUCOM). Cavoli wird in Personalunion auch NATO-Oberbefehlshaber der Alliierten sein.

Cavoli wird diese Aufgaben von Air Force General Tod Wolters in einer Zeremonie zum Kommandowechsel am 1. Juli übernehmen, teilte das EUCOM am Freitag in einer Pressemitteilung mit.

Cavoli, der seit Oktober 2020 als kommandierender General der US-Armee in Europa und Afrika dient, übernimmt die Leitung der US-Streitkräfte in Europa in einer für den Kontinent prekären Zeit.

Nach dem Scheitern seines ursprünglichen Ziels, Kiew schnell einzunehmen, hat Russland in der ostukrainischen Donbass-Region mit einem fast ununterbrochenen Artilleriefeuer langsame, aber bemerkenswerte Fortschritte gemacht.

Die Vereinigten Staaten haben versucht, die Ukraine mit Waffen zu versorgen, um Russlands Vormarsch zu stoppen. Das jüngste Waffenpaket im Wert von 450 Millionen Dollar, darunter vier weitere hochmobile Artillerieraketensysteme, wurde am Donnerstag bekannt gegeben, womit sich der Gesamtwert der seit Beginn des Krieges im Februar an die Ukraine gelieferten Waffen auf 6,1 Milliarden Dollar erhöht.

US-Truppen, die bis kurz vor Kriegsbeginn die ukrainischen Streitkräfte innerhalb der Ukraine ausbildeten, schulen die Ukrainer seit Ende April auch in Deutschland an den moderneren Waffen.

Die Zahl der US-Streitkräfte in Europa ist in den letzten Monaten auf über 100.000 angestiegen, um die Nerven der NATO-Verbündeten zu beruhigen, die befürchten, dass Russland auch vor der Ukraine nicht Halt macht.

Neben den Bemühungen der USA um die Unterstützung der Ukraine wird Cavoli auch mit den Auswirkungen der Invasion auf die NATO zu tun haben. So haben Schweden und Finnland vor kurzem offiziell den Beitritt zum Bündnis beantragt, stoßen aber auf den Widerstand des NATO-Verbündeten Türkei, der von den Vereinigten Staaten Zugeständnisse wie Waffenverkäufe verlangt.